Dienstag, 28. März 2017

LaWestchen goes Boho

Pünktlich zum Frühlingsanfang letzte Woche kam am Wochenende auch endlich das Wetter hinterher und bescherte uns die ersten sonnigen Frühlingstage.
 Zum Glück bin ich letzte Woche noch mit den ersten Frühlingssachen für meine Töchter fertiggeworden, so dass sie sie am Sonntag gleich mal ausführen konnten.
Ein Material, an dem man im Moment kaum vorbeikommt, ist Musselin/Mullstoff/DoubleGauze. Auch ich bin schwach geworden und habe mir den einen oder anderen Meter bestellt, um für die Sommergarderobe ein paar leichte und luftige Sachen zu nähen. Als ich den cremefarbenen Musselin in der Hand hielt, hatte ich schon nach kurzem Überlegen die Idee von Blusen oder Kleidern im Hippie-Boho-Stil im Kopf.
Dazu sollten unbedingt Blumen auf den Stoff. Um es mir einfach zu machen, wollte ich  Blüten plotten und sie aufbügeln. Ich hatte sogar schon ausgetestet, inwiefern sich Musselin überhaupt beplotten lässt. (Das tut er ausgesprochen gut.) Doch dann scheiterte dieses Vorhaben an einer passenden Datei. Ich fand einfach keine schöne Blumenvorlage, die in die richtige Richtung gehen würde, die ich mir für die Kleider in den Kopf gesetzt hatte.
Und dann schlug mein Kopfkino eine ganz neue Richtung ein. Denn dann dachte ich auf einmal über Stickerei nach. Klar. Erst einmal schaute ich auch nach Stickdateien, aber irgendwie war ich auf einmal dezent besessen von der Idee, die Blumen mit der Hand zu sticken.
Nun ja. Ich bestellte mir einen Stickrahmen, Nadeln und Garn und legte los. Freestyle. Frei Schnauze. Einfach so. Ich kann nicht sagen, dass mich die ersten Ergebnisse sofort vom Hocker gehauen hätten. Aber ganz fürchterlich war es auch nicht und so machte ich einfach weiter. Und ich finde, dass die Blümchen eigentlich ganz nett geworden sind. So für meinen ersten amateurhaften Versuch.
Um den Boho-Look von Bluse und Kleid zu vervollständigen, habe ich beiden Mädchen ein LaWestchen aus KnitKnit genäht. Ich bin jedes Mal wenn ich diesen Stoff in die Hand nehme aufs Neue erstaunt, wie echt die Strickoptik tatsächlich wirkt. Man muss schon ganz genau hinschauen, um zu erkennen, dass man da kein mühsam handgestricktes Werk in den Händen hält.
Die Westen habe ich einmal in der kurzen Variante genäht (für die F) und einmal in der langen Version mit Schalkragen (für die C). Den Blusen- bzw. Kleidschnitt habe ich minimal abgeändert. So habe ich die Ärmel zu leichten Puffärmeln gemacht. Wie das geht, kann man bei Lillesol und Pelle nachlesen. Einerseits dachte ich nämlich, dass es gut ins Gesamtbild passen würde. Andererseits traute ich dem Musselin nicht so ganz in Bezug auf seine Dehnbarkeit, denn der Schnitt ist eigentlich für Jersey und Co ausgelegt. Außerdem habe ich dem Kleid einen Vokuhila-Saum verpasst.

Die F hat zu ihrer Bluse noch ein Paar Bubble Pocket Shorts bekommen. Den Stoff dafür hatte ich schon letzten Sommer besorgt, um daraus ebenjene Shorts zu nähen. Bis jetzt war es dazu aber nie gekommen. Zum Glück wird Stoff ja nicht schlecht und so hat er geduldig gewartet, bis er nun endlich an der Reihe war, vernäht zu werden. ;-)

Was habt ihr denn schon so für den Frühling gemacht? Ich will ja diese Woche endlich mit meinem Dirndl-Projekt beginnen. Mal sehen, ob ich dazu komme. Am Samstag steht erst mal noch eine Elsa-Party an...

Macht's gut,
Catharina

Verlinkt bei: Creadienstag, HoT, Dienstagsdinge

Schnitte: LaWestchen, Bohobluse/-kleid, Bubble Pocket Shorts
              *Werbung: Die Schnitte LaWestchen und Bubble Pocket Shorts wurden mir für                                                    das Nähen von Designbeispielen zur Verfügung gestellt.*

Donnerstag, 23. März 2017

Ringelshirt

Aus meiner losen Reihe "Basics für den Kleiderschrank"
In einem meiner letzten Posts hatte ich es schon erwähnt: ich möchte mir mehr Basicteile nähen. So gern ich Kleider oder ganze Outfits aus besonderen Stoffdesigns und/oder aufwändigeren Schnitten mag, ab und zu muss es im Alltag auch mal schlichter sein. Einfacher. Basic eben.                         
Was nicht heißt, dass diese Basicteile dann langweilig sein müssen. Ganz im Gegenteil. Gute Grundlagenkleidungsstücke (tolle Übersetzung, oder?!) machen ja eigentlich aus, dass sie vielfältig zu kombinieren sind und im besten Fall sogar anderen Kleidungsstücken oder Accessoires erst so richtig zur Geltung verhelfen.
Schwierig kann mitunter die Wahl des richtigen Schnitts sein. Denn einfach soll er ja sein, der Basicschnitt, eigentlich auch unkompliziert zu nähen und dann soll er bitte auch noch gut sitzen. Im Laufe der Jahre, die man näht, macht man seine Erfahrungen mit einzelnen Schnitten oder Schnitterstellerinnen. Manche scheinen genau zur eigenen Figur und den Proportionen zu passen. Andere wiederum überhaupt nicht. Da kann man sich aufs Gründlichste vermessen, um die richtige Größe zu finden und sich beim Nähen genauestens an die Anleitung halten, und trotzdem scheint die Klamotte am Ende irgendwie nicht zu passen. Und so bleibt man meistens bei Altbewährtem hängen.
Von Zeit zu Zeit landet man aber auch Zufallstreffer. So war das mit mir und dem Jumper. Als Fina und ihre Probenäherinnen vor Erscheinen des Schnitts so herumteaserten und immer die Rede vom neuen Schnitt 'Jumper' war, dachte ich "Ach neee, nicht noch so ein Overall..." Als dann aber klar war, dass es sich "nur" um einen Shirtschnitt handelte, war ich versöhnt. Als ich mir die Beispiele genauer ansah und feststellte, dass ich just einen solchen Schnitt gerade suchte - weil ich mir ja die Garderobe mit Basicteilen auffüllen wollte und dieser hier einige meiner Ausschlusskriterien erfüllte - kaufte ich das Ebook.
Was meine Ausschlusskriterien waren? Nun ja, eigentlich wollte ich vor allem einen - gut sitzenden - Shirtschnitt, der etwas länger sein sollte. Dazu sollte er eine schöne Ausschnittlösung mitbringen. Ein "normaler" Rundhalsausschnitt gefällt mir oft nicht. V-Ausschnitte habe ich noch nicht oft genug genäht, als dass ich sie als basic im Sinne von 'schnell genäht' einstufen könnte. Also bleibt nur eine ubootige Variante. Dabei aber nicht so ubootig, dass man ständig am Shirt herumzuppeln muss, weil mal auf der einen mal auf der anderen Seite die BH-Träger zu sehen sind.
All dies schien der Jumper zu versprechen. Zwei verschiedene Längen, sogar zwei verschiedene Ausschnittmöglichkeiten und als Clou: ein Seitenschlitz. Noch vor einem halben Jahr hätte ich vielleicht wegen des Schlitzes gezögert. Aber seit dem Toaster und seiner tollen Anleitung, weiß ich wie leicht es gehen kann und so war der Schlitz nur ein weiterer Pluspunkt. Denn basic soll es sein; von langweilig war nicht die Rede! ;-)
Ein must-have im Kleiderschrank ist meiner Meinung nach ein Ringelshirt. Es lässt sich zu vielen Anlässen und in unterschiedlichen Stilen stylen. Und so habe ich meine geliebten Lillestoff-Ringel verwendet. Viel habe ich davon mittlerweile nicht mehr übrig, hoffentlich gibt es bald eine Neuauflage.
Am letzten Schönwetter-Sonntag habe ich dann mein neues selbstgenähtes Lieblingsbasicteil zusammen mit meinem neuen gekauften Lieblingsbasciteil (Trenchcoat) ausgeführt und netterweise zeigte sich dazu die Sonne. So kann der Frühling meinetwegen weitergehen. 
Ich nähe mir dann mal noch ein paar mehr Basics.

Macht's gut,
Catharina

Verlinkt bei RUMS

Stoff: Ringel von Lillestoff (derzeit nicht erhältlich)
Schnitt: Jumper

Mantel: Esprit
Kette: Goldmeise


Dienstag, 21. März 2017

Mit uns ist gut Kirschen essen...

...und was Kirschen mit der Eiskönigin zu tun haben.
Ja, was genau haben denn nun Kirschen mit der Eiskönigin aka Elsa zu tun? Erst einmal nichts. Aber es war so: Als ich darüber nachdachte, aus welchen Stoffen ich diese beiden Shirts für meine Töchter nähen würde, fielen mir die Jolly Cherry Jerseys ein. Letztes Jahr hatte ich sie gleich nach Erscheinen gekauft, weil mir das Design so gut gefiel und nach wie vor gefällt. Aber ich habe sie bis dato nie vernäht, weil irgendwie nie der passende Schnitt daherkam. 
Jetzt waren sie aber fällig. Das Waterfall Raglan schien endlich der Richtige zu sein. Und dann war da nur noch die Frage, welche Tochter welchen Stoff bekommen würde. Nach einem kurzen Blick war klar: Die C kriegt aqua, die F marine. 
Wenn ich neue Schnitte für meine Töchter nähe oder Stoffe verwende, die sie sich nicht ausdrücklich gewünscht haben, bin ich immer ein bisschen unsicher, ob sie die fertigen Kleidungsstücke dann auch wirklich mögen. Manchmal entscheidet ja eine falsche Bündchenfarbe oder auch eine unbequeme Kapuze über Wohl und Wehe eines Kleidungsstücks und sein künftiges Schicksal als Lieblingsklamotte oder Schrankleiche.
Und auch wenn ich selbst dem Waterfall Raglan anfangs eher skeptisch gegenüberstand, war ich trotzdem sicher, dass meine Töchter das Shirt mögen würden (Stichwort Rüsche!). Musste nur noch die Stoffwahl ins Schwarze treffen. Besser gesagt ins Blaue, denn wenn die C eine Farbe so richtig ins Herz geschlossen hat ist es Blau. Genauer gesagt hellblau, mint, türkis. Kurz Elsa-hellblau!
Ihr wisst schon, die Eiskönigin. Seit sie bei uns so angesagt ist, geht bei der C alles was blau ist. Bzw. alles muss blau sein. Und die F eifert natürlich ihrer großen Schwester nach, war aber glücklicherweise mit dem dunkelblauen Shirt auch zufrieden. ;-)
Aber ich will mich ja gar nicht beschweren. Lange genug habe ich gejammert, dass immer nur pink angesagt war. Und elsahellblau ist eigentlich eine ganz schöne Farbe, sofern nicht zu viel Glitzer dazukommt.
 Passend zu den Shirts habe ich mal wieder Haarspangen nach meinem Freebook gemacht. Das Herz habe ich von der Cut&Sew-Kante des "Forest" Kombistoffs ausgeschnitten. Den muss ich jetzt auch so langsam endlich mal verschaffen. Ich glaube, das wird ein Kleid für mich.

Demnächst zeige ich euch aber erst einmal erste Ausschnitte meines neuen Großprojekts. Ich möchte mir nämlich ein Dirndl nähen. Wieso, weshalb, warum, wie und überhaupt erkläre ich dann mal bei Gelegenheit. Mein Plan ist es, eine kleine Reihe dazu zu schreiben und euch dadurch an meinen Fortschritten teilhaben zu lassen. Vielleicht schaffe ich im Laufe der Woche den ersten Beitrag dazu.

Macht's gut,
Catharina

Verlinkt bei: Creadienstag, Dienstagsdinge, HoT

Schnitt: Waterfall Raglan Shirt (Werbung: Der Schnitt wurde mir zum Nähen von           
                                                    Designbeispielen zur Verfügung gestellt.)
Stoffe: Jolly Cherry




Donnerstag, 16. März 2017

Vom Schnitt, der zaubern kann

Zauberei. Ja, irgendwie kann ich es nicht anders erklären.
Am Dienstag hatte ich euch ja schon drei Waterfall Raglan Shirts gezeigt, die ich für meine Mädchen und mich genäht hatte. Und in dem Post hatte ich vorgewarnt, dass dieser Schnitt einen gewissen special effect mitbringt.
Er verändert einen ein bisschen. Manchmal ein bisschen sehr. Das Shirt hebt irgendwie die Laune. Man bekommt ein dringendes Bedürfnis, sich zu bewegen, zu tanzen und zu lachen. Das mag zum einen daran liegen, dass der Schnitt locker und luftig ist. Vorder- und Rückteil haben eine angenehme Weite, ohne zu oversize zu sein, und - in der Originalversion - gefällige Rundungen am Saum. Zum anderen liegt es vermutlich einfach an der geradezu wahnwitzigen Tatsache, dass man mit Ü30 ein Shirt mit Rüsche trägt. Hätte mir jemand letztes Jahr gesagt, dass ich das tun würde, hätte ich es nicht geglaubt. Wobei wir wieder bei der "Nie im Leben...!"-Sache von Dienstag wären.
Dieses besondere Shirt hat mich auch zu einem besonderen Styling verleitet. Irgendwie ging es an diesem Tag nur mit zerfetzten Jeans und Locken, so dass ich selbst im Spiegel zwei mal hinschauen musste. Und als ich da so stand, vor der Wand und der Mann die Fotos machen sollte, kam das Lachen und das Grinsen und Posen, die ich nicht für möglich gehalten hätte oder die zumindest nicht zu meinem Standardrepertoire gehören. Ich sag's euch: dieses Shirt führt ein Eigenleben. Nein, eigentlich übernimmt es die Regie. It's magic. ;-)
Nun ja. Was gibt es Besseres, als ein Kleidungsstück, das es schafft, dass man sich gut darin fühlt? Dass man sich besonders weiblich fühlt, ohne knalleng angezogen zu sein? Das einen dazu bringt, ausgetretene Pfade zu verlassen und Neues auszuprobieren und wenn es "nur" eine Rüsche am Saum ist? 
Dieses Shirt ist ohne Rüsche, wie man unschwer erkennen kann. Ich hatte es genäht, um mit dem Schnitt überhaupt erst einmal warm zu werden, nachdem ich anfangs ja noch ziemlich skeptisch war. Dazu habe ich Vorder- und Rückteil unterschiedlich verlängert, so dass ein Vokuhila-Saum entstand. Dadurch wirkt es etwas lässiger als die Originalvariante. Gefällt mir aber nicht weniger gut. Der Stoff, den ich verwendet habe, ist ein Viskosejersey, gemäß der Materialempfehlung in der Anleitung des Schnitts.
Der Schnitt enthält drei Ärmellängen, so dass er eigentlich ganzjahrestauglich ist. Mal schauen, ob ich mir direkt noch eine Kurzarmvariante für den Sommer mache.

Das Waterfall Raglan Shirt gibt es auf deutsch bei Nähconnection momentan zum Angebotspreis. Holt es euch! ;-)

Macht's gut,
Catharina

Verlinkt bei RUMS

*Werbung: Der Schnitt zum Waterfall Raglanshirt wurde mir zum Nähen von Designbeispielen zur Verfügung gestellt.*

Dienstag, 14. März 2017

Waterfall Raglan Shirt

Heute gibt es bei Nähconnection einen neuen Schnitt, bzw. zwei neue Schnitte, die es in sich haben.
Bei Insta hatte ich es schon angedeutet, das Waterfall Raglan ist kein gewöhnlicher Shirtschnitt. Auf den ersten Blick wirkt es zwar doch gewöhnlich, unscheinbar, vielleicht sogar etwas altbacken für unseren Geschmack. Um ehrlich zu sein, war mein erster Gedanke dazu: "Nie im Leben nähe ich das!" 
Während sich im Nähconnection-Team die begeisterten Stimmen zu dem Shirt häuften, fragte ich mich insgeheim immer noch, warum erwachsene Frauen durch ein einfaches Shirt mit Rüsche in ziemliche Verzückung geraten. 
Dann sah ich bei Insta und auf dem Chalk and Notch Blog verschiedene Beispiele. Dadurch wurde ich milder gestimmt, aber begeistert war ich immer noch nicht. Bis ich die Versionen von Jill gesehen habe. Ab da begann mein Kopfkino zu rattern und ich konnte mir zum ersten Mal vorstellen, diesen Schnitt doch für mich zu nähen. (Dass ich ihn für meine Töchter nähen würde fand ich nie so abwegig, wie für mich...) 
Zum Rantasten nähte ich erst einmal eine rüschenlose Version. Die zeige ich euch dann am Donnerstag. Und dann, ja dann nähte ich ein Shirt mit Rüsche. Für mich. Oha! Schon beim Zuschneiden war ich irgendwie aufgeregt, das Nähen selbst geht ja zugegebenermaßen rasend schnell und schon am nächsten Tag machten wir Fotos. Und jetzt kommt was dieses Shirt so anders macht. Es macht nämlich etwas mit einem. Vor allem bei der ungerüschten Version, aber auch bei dieser hier war das Fotografieren irgendwie anders als sonst. Sonst muss ich mich meist dazu zwingen, zwischendurch auch mal zu lachen oder andere als die üblichen Posen zu machen. Diesmal war es eher schwierig ernst zu schauen bzw. wenigstens nur zu lächeln und nicht breit zu grinsen. Von den Posen mal ganz zu schweigen... So richtig erklären kann ich es mir nicht. Es ist halt dieser Schnitt... Vielleicht auch einfach nur die Tatsache, dass ich mich in meinem Alter noch mal in ein Rüschenshirt werfe. Wie dem auch sei, es ist toll. 
Dieser Spezialeffekt des Shirts hat sich übrigens auch bei meinen Töchtern bemerkbar gemacht. Sie konnten in ihren Shirts einfach nicht stillstehen. Nicht, dass sie sonst immer stocksteif herumstehen würden, aber in den Waterfall Raglan Shirts war an Stehen eigentlich überhaupt nicht zu denken. Sie hüpften und rannten und drehten sich und warfen sich in die allerschönsten Ballerina-Tanzmariechen-Prinzessinnen-Posen.  (Ein Hoch auf die 'Sport'-Einstellung unserer Kamera...)
Zugegebenermaßen ist es natürlich auch verführerisch, weil das Shirt mit der Rüsche gerade dazu einlädt, sich zu drehen, weil sie nämlich ganz wunderbar mitfliegt. Das Bild hier unten ist im übrigen das einzige von ca. 150, auf dem beide Mädels einfach nur stehen. Aber ich finde, man sieht es dem Blick der F an, dass sie gedanklich schon wieder auf dem Sprung ist...
Der Stoff aus dem ich unsere Shirts hier genäht habe, ist Sommerpiqué von Lillestoff (meines in navy, die der Mädchen in altrosa). Dieses Material eignet sich für den Schnitt ganz toll, weil es leicht ist und einen schönen Fall hat. Von allein wäre ich darauf wohl auch gar nicht gekommen. Eigentlich war ich auf der Suche nach Modal. Einfarbig gibt es den bei Lillestoff allerdings noch nicht. Bei der Produktsuche wurde mir dann aber auch der Sommerpiqué vorgeschlagen und nachdem die Beispielbilder sehr gut aussahen, bestellte ich kurzentschlossen und wurde für meinen Mut belohnt. Der Sommerpiqué hat wirklich nichts mit Poloshirt-Stoff oder ähnlichem zu tun. Er hat Streifen mit einem ganz feinen Waffelmuster, dazwischen ist das Gewebe glatt. Die linke Seite ist ohnehin angenehm weich, sodass es wirklich Spaß macht, die Shirts daraus zu tragen.
Baumwolljersey eignet sich (für die Mädchenversion) durchaus auch, das zeige ich euch dann nächste Woche. ;-) Erste Wahl ist aber dennoch leichtes Material, wie Modal, Viskosejersey, etc. Es ist übrigens auch möglich, das Vorder- und Rückteil mit der Rüsche aus Webware zu nähen. Ein Beispiel davon habe ich neulich gesehen und will es auf jeden Fall noch versuchen.
Wie gesagt, stillstehen und ernst gucken war irgendwie nicht drin dieses Mal...

Wenn ihr euch jetzt auch denkt: "Nie im Leben...!" dann könnt ihr ab sofort den Schnitt zum Waterfall Raglan Shirt bei Nähconnection auf deutsch haben, für Damen und für Mädchen. Bis Sonntag noch zum Angebotspreis! ;-)

Macht's gut,
Catharina

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*Werbung: Der Schnitt zum Waterfall Raglan Shirt wurde mir für das Nähen von Designbeispielen zur Verfügung gestellt.*



Osterkörbchen-Tutorial

In fast fünf Wochen ist Ostern und so langsam komme ich in Frühlingsstimmung.
Ich habe mir nämlich eine Variante meiner Kindertasche überlegt, mit der die Kinder ihre Ostereier sammeln können. Außerdem eignet sie sich auch ganz hervorragend als Deko.

Los geht's:

Tutorial für ein Osterkörbchen 
 Du brauchst:
- Stoff für die Außen- und Innenseite (hierfür kann man wunderbar Reststücke verwenden)
- Vlies H640 oder H630
- Bänder, Bügelbilder, etc. zum Verzieren der Tasche
- die Schnittteile der Kindertasche

Schritt 1
Übertrage die abgerundeten Ecken vom Klappenschnittteil auf das Schnittteil des Vorder-/Rückteils.

Schritt 2
Übertrage die Schnittteile auf den Stoff und das Vlies und schneide sie mit Nahtzugabe zu.
Du brauchst
- je 2 mal das Vorder-/Rückteil aus Außen- und Innenstoff und Vlies
- je 1 mal den Seitenstreifen aus beiden Stoffen und Vlies (Den Streifen kannst du 1-2cm kürzer zuschneiden,  da er durch die abgerundeten Ecken nicht so lang sein muss. Du kannst das aber auch nach dem Zusammennähen korrigieren.)
- je 1 mal den Henkel aus beiden Stoffen und Vlies (Für den Henkel verwendest du das Seitenstreifen-Schnittteil einfach (d.h. nicht im Bruch) und ohne Nahtzugabe an den langen Seiten.)   

Verziere die Außenteile der Tasche, wenn du möchtest.

Schritt 3
Stecke und nähe die Schnittteile zusammen. Schneide die Nahtzugabe an den Rundungen der Taschen ein.
Wende den Henkel und bügle ihn gut. Wenn du möchtest, kannst du die Seiten knappkantig absteppen und verzieren.

Schritt 4
Stecke den Henkel rechts auf rechts mit einer kurzen Seite mittig an den Seitenstreifen der Außentasche.
Stecke die Innentasche rechts auf rechts in die Außentasche, der Henkel steckt zwischen beiden Taschen. Nähe. Beginne dabei kurz nach dem Seitenstreifen, an dem nicht der Henkel festgesteckt ist, nähe einmal ringsherum und beende die Naht wieder kurz vor dem Streifen, so dass die Strecke des Seitenstreifens die Wendeöffnung ist (= rote Markierung auf dem Bild).
Wende die Tasche.

Schritt 5
Forme die gewendete Tasche aus und bügle sie. Das geht jetzt, wo der Henkel noch nicht an beiden Seiten befestigt ist, sehr gut. ;-)
Stecke das lose Ende des Henkels in die Wendeöffnung. Achte darauf, dass es wieder mittig den Seitenstreifen trifft.
Nähe einmal knappkantig um die Tasche. Dabei schließt du die Wendeöffnung. Wenn du möchtest kannst du dabei gleich noch ein Zierband (Zackenlitze, Webband, etc.) mit aufnähen.
Fertig ist dein Osterkörbchen!

Das Körbchen lässt sich natürlich in vielen Varianten nähen, mit Applikationen, unterschiedlichen Bändern, aus den verschiedensten Stoffen, usw. Ich möchte z.B. noch eins mit Paspelband machen. Für den Anfang habe ich drei Beispiele genäht:
Aus uni-rosa und lila Vichykaro mit brauner Zackenlitze und einem Häschen nache der Plotterdatei von Solipandi. Bei diesem Körbchen habe ich den Henkel an den Seitenkanten nicht abgesteppt. So wirkt er gleich etwas voluminöser.
Aus hellblauem Chambray und helllila Vichykaro. Hierbei habe ich die Zackenlitze beim Zusammennähen der Außen- und Innentasche mitgefasst. Für die Girlande habe ich die Wimpel aus der Häschen-Datei von Feenkonzept einzeln geplottet und neu angeordnet. Als Verbindung habe ich ein Satinband aufgesteppt. 
Aus hellgrünem Vichykaro und gelben Pünktchen kombiniert mit rosa Zackenlitze. Der Häschenplot ist nach einer Datei von Feenkonzept entstanden.

Ich freue mich, wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, auch ein Osterkörbchen zu nähen und bin gespannt auf eure Ideen. Wenn ihr ein Körbchen gemacht habt, lasst es mich wissen: schickt mir ein Foto davon per Mail oder taggt mich bei Facebook oder Instagram, wenn ihr es dort zeigt. Außerdem freue ich mich natürlich, wenn ihr zu meinem Kindertaschen-Freebook oder diesem Tutorial verlinkt.

Macht's gut,
Catharina

Verlinkt bei: Creadienstag, Dienstagsdinge, HoT, Nähfroschs Freebooksammlung